Expertenwissen
Nachschlagewerk
Vom Ortgang bis zur Traufe – wir erklären die wichtigsten Begriffe rund ums Dach und die Spenglerarbeit. Verständlich, praxisnah und ohne Fachchinesisch.
Die Attika ist die Brüstung oder Mauerkrone am Rand eines Flachdachs. Die Attikaverblechung schützt diese Mauerkrone mit einer Blechabdeckung vor Regen und Feuchtigkeit – so wird verhindert, dass Wasser ins Mauerwerk eindringt.
Ein hochgebogener Blechrand, der als Wassersperre dient. Aufkantungen finden sich z.B. an Dachrändern, Wandanschlüssen oder Durchdringungen und verhindern, dass Regenwasser hinter die Abdichtung läuft.
Eine Folie oder Schicht unter der Dämmung, die verhindert, dass warme, feuchte Luft aus dem Innenraum in die Dachkonstruktion gelangt. Ohne Dampfsperre kann Feuchtigkeit in der Dämmung kondensieren und zu Schimmel führen.
Ein Aufbau auf dem Dach mit eigenem Fenster, der für mehr Licht und Raumhöhe im Dachgeschoss sorgt. Gauben werden von Spenglern mit Blech verkleidet und abgedichtet – die sogenannte „Gaubenverblechung".
Die Rinne entlang der Traufe (Unterkante des Dachs), die Regenwasser auffängt und zum Fallrohr ableitet. Es gibt halbrunde, kastenförmige und Sonderformen. Typische Materialien: Kupfer, Zink, Titanzink oder Aluminium.
Die oberste, wasserdichte Schicht des Dachs. Bei Spenglern meist eine Metalleindeckung (Stehfalz, Schindel, Trapez). Die Eindeckung schützt das Gebäude vor Regen, Schnee und Wind.
Das senkrechte Rohr, das Regenwasser von der Dachrinne nach unten in den Kanal oder die Regentonne ableitet. Meist aus dem gleichen Material wie die Rinne. Ein verstopftes Fallrohr führt schnell zu Wasserschäden.
Die Verbindungstechnik zweier Blechteile durch Umbiegen und Ineinandergreifen der Kanten. Der Falz ist wasserdicht ohne Schrauben oder Kleber. Der bekannteste Typ ist der „Stehfalz" – die Königsdisziplin des Spenglers.
Die oberste Kante des Dachs, an der zwei Dachflächen aufeinandertreffen. Der Spengler versieht den First mit einer Blechabdeckung (Firstblech), die diese empfindliche Stelle vor Regen schützt.
Die schräge Kante, an der zwei Dachflächen aufeinandertreffen und einen „Grat" bilden (das Gegenteil der Kehle). Auch hier sorgt der Spengler mit einer Blechabdeckung für Dichtheit.
Die innenliegende Rinne an der Stelle, wo zwei Dachflächen zusammentreffen und eine Art Tal bilden. Die Kehle muss sehr sorgfältig abgedichtet werden, weil hier besonders viel Wasser zusammenläuft.
Die Blecheinfassung rund um einen Kamin oder Schornstein, der durch das Dach ragt. Sie verhindert, dass Regenwasser zwischen Kamin und Dachfläche eindringt. Eine der anspruchsvollsten Arbeiten des Spenglers.
Holzlatten, die senkrecht auf den Sparren befestigt werden (unterhalb der Dachlattung). Sie sorgen für einen Belüftungsspalt zwischen Unterspannbahn und Eindeckung – wichtig für die Hinterlüftung des Dachs.
Horizontal verlegte Holzlatten auf den Sparren, auf denen die Dacheindeckung befestigt wird. Bei Metalldächern wird statt Lattung oft eine vollflächige Schalung (Holzbrettter) verwendet.
Eine Verbindung zweier Bleche durch Löten mit Zinn oder Weichlot. Lötnähte werden bei Kupfer und Zink eingesetzt, wo eine dauerhaft dichte Verbindung ohne mechanische Verformung nötig ist.
Eine Blechabdeckung auf der Oberkante einer freistehenden Mauer oder Brüstung. Schützt das Mauerwerk vor Regenwasser, das sonst von oben eindringen und Frostschäden verursachen würde.
Der seitliche Abschluss einer Dachfläche an der Giebelseite. Hier endet das Dach an der Hauswand. Der Spengler versieht den Ortgang mit einem Ortgangblech, das sowohl das Holz als auch das Mauerwerk vor Regen schützt.
Die natürliche Oberflächenveränderung von Metallen durch Witterung. Bei Kupfer wird die Oberfläche zunächst braun, dann charakteristisch grün (Verdigris). Bei Zink bildet sich eine graue Schutzschicht. Patina ist kein Schaden, sondern ein natürlicher Korrosionsschutz.
Die Metallhalter, die die Dachrinne an der Traufe befestigen. Sie werden in regelmäßigen Abständen montiert und bestimmen das Gefälle der Rinne – damit das Wasser zum Fallrohr fließt.
Eine vollflächige Holzunterlage auf den Sparren, die als Basis für die Metalleindeckung dient. Im Gegensatz zur Lattung (einzelne Latten) ist die Schalung geschlossen und besteht aus Brettern oder OSB-Platten.
Ein Metallgitter oder -rohr, das am unteren Dachrand montiert wird und verhindert, dass Schnee und Eis unkontrolliert vom Dach rutschen. Pflicht in vielen Gemeinden – besonders über Eingängen und Gehwegen.
Die schrägen Holzbalken, die die Dachfläche tragen. Sie verlaufen vom First zur Traufe. Auf den Sparren werden Konterlattung, Lattung oder Schalung befestigt, darauf kommt die Eindeckung.
Die hochwertigste Verbindungstechnik für Metalldächer. Zwei Blechbahnen werden an den Kanten nach oben gebogen und miteinander „verfalzt" (ineinandergedrückt). Das Ergebnis: eine absolut wasserdichte, schraubenlose Verbindung mit den charakteristischen senkrechten Rippen auf dem Dach.
Die Unterkante des Dachs, an der das Regenwasser abtropft. Hier sitzt die Dachrinne. Der Traufbereich ist für Spengler besonders wichtig: Traufblech, Rinnenanschluss und Tropfkante müssen exakt passen.
Eine nach unten gebogene Blechkante, die dafür sorgt, dass Regenwasser sauber abtropft, anstatt an der Unterseite entlangzulaufen. Ohne Tropfnase würde Wasser unter das Blech kriechen (Kapillarwirkung).
Eine wasserdichte, aber dampfdurchlässige Folie, die unter der Eindeckung liegt. Sie fängt eingedrungenes Wasser (z.B. bei Sturm) ab und leitet es zur Traufe. Gleichzeitig lässt sie Feuchtigkeit aus der Dämmung nach außen entweichen.
Der Oberbegriff für alle Blecharbeiten an einem Gebäude: Anschlüsse, Abdeckungen, Einfassungen, Rinnen. Wenn der Spengler sagt „das muss verblechet werden", meint er: dort kommt ein maßgefertigtes Blechteil zum Schutz hin.
Die Stelle, an der eine Dachfläche auf eine Wand trifft. Der Spengler fertigt hier ein spezielles Anschlussblech, das in die Wand eingelassen wird und das Eindringen von Wasser verhindert. Ein schlecht gemachter Wandanschluss ist die häufigste Ursache für Wasserschäden.
Ein zusätzliches Blechstück, das zur Verstärkung oder als Übergang an einer Verbindungsstelle verwendet wird. Zulagen werden oft bei Kaminanschlüssen und komplizierten Dachgeometrien benötigt.
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